Fruchtzucker und Fruktoseintoleranz / -malabsorption

1. Was ist Fruchtzucker?

Fruchtzucker, auch Fructose genannt, bezeichnet einen Einfachzucker und gehört zu der Gruppe der Kohlenhydrate. Fructose kommt natürlicherweise vor allem in Kern- und Steinobst vor sowie im Honig. In seiner Form ist er der süsseste Einfachzucker, weshalb er gerne in verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt wird (z.B. kalorienreduzierte Getränke und Joghurt).

Früher ging man davon aus, dass Fructose anstelle von Haushaltszucker für Diabetiker und zur Gewichtsabnahme besser geeignet sei. Jedoch wurde diese Annahme wiederlegt, da dieser Einfachzucker ebenso einen Einfluss auf den Blutzucker hat indem er diesen rasch ansteigen lässt und gleichviele Kalorien liefert wie Haushaltszucker.

In zu hohen Mengen kann Fruktose jedem Menschen unbekömmlich werden, da die Aufnahmekapazität überstrapaziert wird. Die Fruktose kann dann nicht in genügendem Ausmass vom Dünndarm aufgenommen werden, weshalb sie unerwünscht in den Dickdarm gelangt wo es zu Blähungen oder auch Durchfall kommt.

 

2. Was ist eine Fruktoseintoleranz

Hierbei gilt es zwischen der angeborenen Fruktoseintoleranz (auch hereditäre Fruktoseintoleranz genannt) und der alimentären Fruktoseunverträglichkeit (Fruktosemalabsorption) zu unterscheiden. Bei einer Fruktosemalabsorption kann der Dünndarm die Fruktose nicht ausreichend aufnehmen, da ihm das notwendige Transportprotein nur bedingt zur Verfügung steht. Die Fruktose tritt in den Dickdarm über, was die Symptome auslöst.

 

Die Fruktoseintoleranz beruht auf einer zu geringen Aktivität oder dem Fehlen eines Enzyms. Dadurch kommt es in der Darmwand, der Leber und in den Nieren zu Ablagerungen, die giftig wirken können. In Abhängigkeit von der zugeführten Fruktose folgen die Symptome.

 

3. Symptomatik 

Bei einer Fruktosemalabsorption kommt es häufig zu Magen-Darm-Beschwerden, wie Blähungen, Krämpfe, Koliken oder Durchfällen.Eine Fruktoseintoleranz bedingt Erbrechen, Unterzuckerungen, Durchfall bis hin zum Schock.

 

4. Diagnostik

Die hereditäre Fruktoseintoleranz wird oftmals bereits im Säuglingsalter erkannt und durch eine Biopsie aus Leber, Nieren und Dünndarm diagnostiziert. Die Diagnose zur Fruktosemalabsorption wird durch einen H2-Atemtest festgestellt. Ein Ess-Symptomtagebuch kann hierbei helfen, die individuelle Verträglichkeit zu ermitteln.

 

5. Therapie

Da die Fruktoseintoleranz bereits im Säuglingsalter diagnostiziert wird, muss dementsprechend früh mit der Therapie begonnen werden. Nach der Diagnosestellung muss der Betroffene die beschwerdeauslösenden Nahrungsmittel weglassen. Dies sollte zusammen mit einer dipl. Ernährungsberaterin HF/FH und dem entsprechenden Arzt besprochen werden. Nach der Diagnose “Fruktosemalabsorption“ wird ca. 2 Wochen fruktosearm gegessen, die entsprechenden Nahrungsmittel werden vermieden. Anschliessend wird mit einer dipl. Ernährungsberaterin HF/FH vorsichtig ausgetestet welche Lebensmittel mit Fruktose in welchem Masse vertragen werden. Denn geringe Mengen Fruktose werden in der Regel gut vertragen. In Kombination mit Traubenzucker sowie die gleichzeitige Aufnahme von Fett und Proteinen (Eiweiss) lässt die Toleranz weiter steigen.


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